[Sammelthread] - Marvel

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Moriarty
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Re: [Sammelthread] - Marvel

Beitrag von Moriarty » 13. Sep 2020, 22:13

I just have a lot of feelings. Und da ich das Gefühl habe dass ich sie mit niemanden ordentlich teilen kann setze ich mich mal vor den Laptop und schreibe jetzt einmal, was ich von New Mutants halte, den ich heute gesehen habe.
Spoiler für: The New Mutants (Spoiler)
Tjaa, New Mutants. Der Film, der 2018 rauskommen sollte und dann doch bis in dieses Jahr hinaus verzögert wurde, viele Reshoots angekündigt wurden, dann aber anscheinend doch keine bekommen hatte und bei dem es drunter und drüber ging, auch wegen den Aufkauf von 20th Century Fox und Disney. Ich habe den ersten Trailer geliebt und habe immer den Film verteidigt, doch je mehr Zeit verstrich desto mehr musste ich mir selbst eingestehen dass ich letztendlich doch nur hoffen kann, dass der Film gut wird, er es aber wahrscheinlich nicht wird.
Aber hey, letztendlich hatte ich die Möglichkeit den Film gratis zu sehen und ich hätte wohl jede Chance genutzt, um die Gewissheit zu haben, dass meine geliebte X-Men Reihe mit einem besseren Film endete als Dark Phoenix (und ja, eine Review dazu ist geplant... wenn ich mich mal durch den Film ein zweites Mal zwingen kann). Und so ging ich heute ins Kino und ich... ich war tatsächlich positiv überrascht.

Zuerst einmal muss gesagt werden, dass NM ein anderer Film ist als die anderen X-Men Filme und Superhelden Filme generell. Er ist die meiste Zeit über eher ruhig und charakterorientiert, etwas was ich bei dem Konzept auch sehr begrüßt habe. Ich meine, wir reden hier von fünf jungen Mutanten, die mit ihren Fähigkeiten, tiefsten Ängsten und dem Wissen klarkommen müssen, Menschen umgebracht zu haben. Warum sollte man das nicht nutzen und ein Drama daraus machen, anstatt ein großes Effektfeuerwerk (auch wenn dieses dann noch beim Finale kommt)?
Und, um eines klarzustellen: es ist kein Meisterwerk. Es ist nicht das nächste X-Men, Logan oder Days Of Future Past, es ist aber per sé ein ganz ordentlicher Film, was auch am Großteil an den Darstellern liegt. Vor allem Anya Taylor-Joy (Magik) hat die beste Performance des Films abgeliefert, ich mochte ihren Charakter und ihre Geschichte, auch wenn sie ein paar sehr fragwürdige Beleidigungen durch die Gegend wirft (darüber komme ich aber später noch einmal zu sprechen).
Maisie Williams (Wolfsbane) und Blu Hunt (Mirage) haben ebenfalls einen wirklich guten Job gemacht, ihre Charaktere waren wirklich toll und ich muss ja zugeben, dass ich vor Freude fast durchgedreht bin, als sie sich tatsächlich geküsst haben. Like, ein gay couple, in einem von Disney herausgebrachten Film, wo diese Relationship weder im Mittelpunkt steht noch nur kurz erwähnt und/oder gezeigt wird, sondern gleich behandelt wird wie eine Heterosexuelle? Ist das eigentlich real?
Und auch Charlie Heaton (Cannonball) war an sich wirklich gut in dem Film, er hatte nur etwas zu wenig zu tun - vor allem angesichts der Tatsache, dass seine Fähigkeit so stark ist, sie anscheinend auch durch Platzangst getriggert wird und er für den Tod von so vielen Menschen unfreiwillig gesorgt hat, hätte man ihn deutlich spannender schreiben können, aber womit er arbeiten konnte hat er gut gemacht. Der Einzige, von dem ich wirklich sagen würde dass er etwas unscheinbar war war Henry Zaga (Sunspot), aber auch er hatte letztendlich einen soliden Job gemacht und hatte auch eine gute Chemistry mit dem restlichen Cast.
Wo ich zwiegespalten bin, ist die Darstellung von Traumas und psychischen Problemen. Zum Einen fand ich gut, wie einige Traumas dargestellt wurden, vor allem Magiks mit den grinsenden Männern und Wolfsbane mit dem christlichen Priester, aber dann gab es wieder so Sachen wie 'lass uns überlegter Selbstmord reinwerfen und nie wieder wirklich darüber reden/addressieren'. Was dann die Frage wirft, warum man das dann in erster Linie eingebaut hat wenn der Film sich so sehr auf psychische Probleme konzentriert und das wirklich nicht schwer gewesen wäre auch darauf einzugehen, aber nun gut.
Die Geschichte an sich ist zwar etwas vorhersehbar, aber dennoch nicht langweilig - eher etwas rushed. Ich meine, der Film ist nur eineinhalb Stunden lang, was für einen Superheldenfilm schon eher kurz ist, man hätte die Zeit definitiv nutzen können und mehr auf Sunspot und Cannonball eingehen können oder auf die Intensionen von Doktor Reyes und der Organisation, für die sie arbeiten, dessen Namen ich aber vergessen habe. Letztendlich war glaube ich jedem klar, der auch nur die Prämisse weiß, dass man die Kinder nicht für gute Zwecke einsetzen wird, man hätte die Motivation vor allem für Reyes auf mehr erklären können anstatt es auf 'ja, bilden wir sie zu Killern aus' zu beschränken. Vor allem angesichts der Tatsache, dass sie dann beschließen, dass Mirage zu gefährlich ist und man sie töten muss - like, wäre das nicht eigentlich der perfekte Kandidat für euch und euer Assassinenprogramm? Wobei ich an der Stelle auch hinzufügen möchte, dass ich die Connection, die zu Logan geknüpft wurde, sehr nice gefunden habe.
Und dann... nun ja. Endet der Film sehr offen, als wäre das der erste Film einer Reihe, der er auch hätte werden sollen. Aber dazu wird es nicht mehr kommen (wenn nicht durch Disneys Kauf von 20th Century Fox dann dadurch, dass sie es ausgerechnet jetzt veröffentlichen, wo es niemals ein Plus einspielen wird - da frage ich mich wieder einmal, was eigentlich Disneys Plan ist außer vielleicht, dass sie eine fadenscheinige Entschuldigung dafür haben wollten keine gay Relationships in ihren Filmen zu zeigen), was sehr schade ist. Aber angesichts der Tatsache, dass ich mich auf eine Katastrophe eingestellt habe, war ich doch positiv überrascht von dem Film und habe ihn gerne gesehen, auch wenn es jetzt nicht in die Top 3 der X-Men Filme kommen wird, wahrscheinlich eher auf Platz 6 oder 5 (ob ich ihn mehr mochte als First Class, kann und werde ich noch nicht entscheiden). Also an sich alles gut... eigentlich.
Spoiler für: Allgemeine Kontroverse zu dem Film (Spoilerfrei)
Doch dann habe ich mich mit dem Film näher beschäftigt.
An dieser Stelle seie erwähnt, dass ich alles tue, um Kinokritiken vor dem Start eines neuen Filmes auszuweichen und so offen wie möglich in einen Film hinein gehe - so wusste ich vorher nur, dass der Rotten Tomatoes Score nicht allzu gut war weil das in einem mir empfohlenen Video auf dem Thumbnail zu sehen war, aber da ich sowieso nicht viel auf RT Scores gebe, hat es mich letztendlich nicht allzu viel beeinflusst.
Aber so konnte ich den Film sehen und erst danach der Problematiken bewusst werden.
Habe ich von dem Film anfangs noch im Carsten geschwärmt weil sie ein lesbian couple eingebaut haben so musste ich realisieren, dass die Sache mit der cultural Representation nicht so schön war wie gedacht. Ja, vielleicht war die Schauspielerin von Mirage Lakota, vielleicht war der Schauspieler von Sunspot und die von Dr. Cecilia Reyes (ein Charakter aus Puerto Rico) brasilianischer Herkunft. Und doch waren alle genannten Charaktere eindeutig gewhitewashed, so als hätten die Leute hinter dem Film sagen wollen 'ja, wir machen doch alles richtig!' ohne zu kapieren was in erster Linie das Problem war. Und auch die Sache mit den amerikanischen Ureinwohnern ist ziemlich icky wenn man mehr darüber nachdenkt - da diskriminiert Magik Mirage offensichtlich aufgrund ihrer Herkunft ohne dass es jemals wirklich verurteilt wird, da beginnen sie den Film schon mit der 'jeder Mensch hat einen Bären in sich, einen Guten und einen Bösen'-Fabel, die nur von den Weißen erfunden wurde. Und das ist ganz zu schweigen davon, dass der Regisseur John Boone selbst gesagt hat 'ja, er sieht keinen Rassismus in Brasilien' und damit entschuldigt hat, keinen POC für Sunspot gecastet zu haben.
Also... yeah.
Durch diese Infos hat sich meine Einstellung dem Film gegenüber nicht geändert - ich stehe immer noch dazu, dass ich ihn mochte. Aber dennoch ist es meiner Meinung nach wichtig das zu wissen, alleine deswegen damit jeder selbst entscheiden kann ob er das unterstützen will oder nicht. Ich weiß ja selbst nicht, ob ich den Film gesehen hätte, wenn mir klar gewesen wäre dass der Film sehr gewhitewashed ist.
Also... ja.
Die Sache mit Reperesentation ist ein Kampf, der wohl niemals vorbei sein wird.


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Denarya
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Re: [Sammelthread] - Marvel

Beitrag von Denarya » 20. Sep 2020, 16:04

Da ich tatsächlich letztens wieder ein paar Marvel-Filme gerewatched habe und auch endlich die beiden Ant-Man Teile gesehen habe, habe ich doch Lust, mich mal auszutauschen und meine Meinung kundzutun.

Wer ist euer Lieblingscharakter im ganzen MCU?
Wahrscheinlich Bucky Barnes/The Winter Soldier. Ich bin ein großer Fan von der ganzen tragischen Storyline und war auch sehr enttäuscht, dass er so wenig Screentime in Infinity War und Endgame hatte, nachdem er für Civil War so relevant war. Ich finde einfach, dass er ein sehr guter und tief aufgebauter Charakter ist, und seine Geschichte hat für mich immer wieder das Zeug dazu, große Emotionen hervorzurufen. Außerdem: Sebastian Stan. Insgesamt ist es aber sehr knapp zwischen Bucky und Black Widow.

Auf welchen Film, der noch kommt, freut ihr euch am meisten?
Auf den Black Widow-Film diesen Herbst. Ich finde sie hätte schon viel früher ihren eigenen Film bekommen müssen, da sie ja auch eine der Original Six der Avengers war - und ich muss sagen, ich bin auch mit dem Trailer sehr happy. Eine Weile war ich mir unsicher, wie ich mich damit fühle dass der Film komplett vom Rest des MCUs getrennt zu laufen und bspw. Hawkeye nicht vorzukommen scheint, aber mittlerweile muss ich eigentlich sagen, dass ich auch damit ganz zufrieden bin. Insgesamt bin ich sehr gespannt. :'D

Für welches Team wart ihr im Civil War?
Ehrlich gesagt, auch wenn mir Iron Man/Tony Stark lange wesentlich sympathischer war als Cap, für Team Captain America. Ich konnte einfach seine Argumente in der grundsätzlichen Debatte über die Accords wesentlich besser nachvollziehen, auch wenn ich im Real Life wahrscheinlich nur sehr ungern eine militärische Gruppe hätte, die ohne Rücksprache mit der Regierung funktioniert. Aber spätestens als dann am Ende das Gefängnis kam, war dieser moralische Zwiespalt dann auch für mich erledigt. Und da das ja auch nicht im Real Life passiert und dann auch noch die Sache mit Bucky passiert ist - definitiv Team Cap.

Wie steht ihr so zu Fox-Marvel-Filmen, Deadpool/X-Men?
Ich rewatche gerade die X-Men-Reihe mit meiner Mitbewohnerin, die die noch nicht kennt, und habe wieder festgestellt, dass ich von X-Men eigentlich ein großer Fan bin, auch wenn ich zugeben muss, Dark Phoenix gar nicht mehr gesehen zu haben. Am liebsten war mir da noch "Zukunft ist Vergangenheit", insgesamt mag ich die Reihe aber auch so gerne und mochte auch zum Beispiel "Logan" total. New Mutants will ich eigentlich auch gern noch sehen. Die beiden Deadpool-Filme fand ich zwar ganz lustig, aber ich habe auch da den ersten letztens noch einmal gesehen und muss sagen, beim zweiten Mal macht es dann schon nicht mehr ganz so viel Spaß, da es sich doch recht schnell widerholt.

Welchen Charakter könnt ihr überhaupt nicht leiden?
Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich zu Captain Marvel bisher kein wirkliches Band aufbauen konnte. Es ist nicht so, dass ich sie partout nicht leiden kann, aber ich kann mich auch nicht wirklich mit ihr identifizieren.

Welche Pairings mögt ihr/hasst ihr?
Spoiler für: :D
Eigentlich bin ich mit den meisten Pairings ganz okay. Ich habe eine Schwäche für Stucky, und muss sagen dass ich Peggy/Steve als Endgame Pairing nicht leiden konnte - aber nicht nur weil ich ein Fan von Bucky/Steve bin, sondern auch weil es sehr out of character war und ich persönlich die Idee, dass jemand jahrelang einer Frau hinterhertrauert, die er einmal geküsst hat, nicht romantisch, sondern eher obsessive bis creepy finde. Aber in The First Avenger habe ich Peggy/Steve nicht gehasst - wie gesagt, ich mochte nur das Ende mit den beiden nicht. Ansonsten bin ich kein besonders großer Fan von Bruce/Natasha, kann aber auch nicht wirklich sagen wieso. Für mich haben die beiden einfach nie wirklich geklickt und es kam etwas plötzlich.

Welcher von allen Filmen ist euer Lieblingsfilm?
Kommt jetzt wahrscheinlich nicht mehr überraschend, aber definitiv The Winter Soldier. Allein die Fight Scenes in diesem Film finde ich unglaublich - und ich mag, dass Cap dort nicht so auf seine "America's Golden Boy"-Seite reduziert wird. Und meine Lieblingshelden haben viel Screentime. Insgesamt find ich den Film einfach richtig, richtig gut.

Wenn ihr euch entscheiden müsstet, welcher Charakter würdet ihr am liebsten sein?
Ganz ehrlich - wenn ich der Charakter sein müsste, keiner. Die haben mir alle zu viel Trauma, und davon hab ich schon als normale Person genug. Wenn es um die Fähigkeiten geht, dann die Fähigkeiten von Wanda/Scarlet Witch - ich meine, die sind einfach ziemlich cool.
don't hate, relate.
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